aus: Hellweger Anzeiger, Donnerstag, 24. April 2003
Keine Sterbekultur ohne Sarg
Kordowski lehnt Bestattungen in privaten Friedwäldern ab
Kommerzialisierung beim Umgang mit dem Tod befürchtet
UNNA • Die CDU-Landtagsabgeordnete Gaby Kordowski hat gravierende
Nachbesserungen am Bestattungsgesetz der rot-grünen Landesregierung
gefordert. "Die Vorschläge von Rot-Grün bedeuten den Beginn einer
völligen Veränderung der Bestattungskultur und einen massiven Eingriff
in die Hoheit der Städte und Gemeinden. Die CDU wird dafür kämpfen,
dass auch künftig nur Kommunen oder die Kirchen als Träger von
Friedhöfen in Frage kommen. Kalte Gleichgültigkeit gegenüber
Werten und Kommerzialisierung sind beim Umgang mit Tod und Sterben fehl am
Platz."
Hintergrund für diese Forderung von Gaby Kordowski ist der Plan von
Rot-Grün, so genannte Friedwälder durch private Träger errichten
zu lassen. Dabei handelt es sich um Flächen, auf denen die Asche Verstorbener
verstreut werden kann. "Die CDU lehnt das Verstreuen der Asche Verstorbener
grundsätzlich ab. Totenwürde ist auch Menschenwürde. Deshalb
dürfen Friedhöfe nicht einer individuellen Beliebigkeit preisgegeben
und zu einem privaten Geschaftszweig gemacht werden."
Darüber hinaus setzt sich die CDU-Fraktion weiterhin dafür ein,
Bestattungen in der Regel in einem Sarg vorzunehmen. Dies sei ein wichtiges
Element der christlich-abendländischen Tradition und Kultur. Ausnahmen
für bestimmte Religionen dürften nicht zur Regel werden. Die CDU-Politikerin:
"Wir wollen die Würde des Menschen auch über den Tod hinaus geachtet
und geschützt wissen."
Bildunterschrift unter einem Foto von Grabstellen: Friedhöfe
- eine Oase der Ruhe und Besinnung, aber nach Willen der CDU nicht in privater
Hand.