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aus Hellweger Anzeiger: Donnerstag, 06. Mai 2004

Gemeinde der tausend Plätze

Neue Ortsmitte: CDU veröffentlicht Papier für die noch unbekannten Planer

Von Sebastian Smulka    

HOLZWICKEDE • Schönere Plätze und eine Hauptstraße mit Flair - mit diesen Zielen will die CDU an die Überplanung der Ortsmitte gehen.

Die Union legte nun ein fünfseitiges Positionspapier für die Planungen vor, die irgendwann in diesem Jahr beginnen sollen. Es sei nicht als Antrag, sondern als Anregung zu verstehen, erklärte Fraktionschef Rolf Kersting. Daher will es die CDU nicht den Fachausschüssen vorlegen, sondern den Planern zur Verfügung stellen, die mit der Rahmenplanung für die Zentrumsgestaltung beauftragt werden - sobald sie es  werden, denn dies ist bislang noch nicht erfolgt.
Obwohl die CDU-Ideen in eine "Rahmenplanung" einfließen sollen, sind die Vorschläge im Einzelnen schon sehr konkret. Für Haupt- und Kirchstraße schlägt das Papier "platzähnliche Aufweitungen" vor Bambusgarten, Glocke, Sparkasse und Edeka aber auch zusätzliche Blumenkästen vor.

"Das Kriegerdenkmal im Park hat sich zu einer Schmutzecke entwickelt. Es ist auf den Friedhof umzusetzen."

In Bezug auf den Marktplatz konstatiert die Union: "Die Einfriedung durch Buschwerk, engt nicht nur die Sicht ein, (...) sondern grenzt auch seine Ausdehnungsmöglichkeiten ein." Deshalb soll das Buschwerk weg, damit der Markt bis an Kirche, Post und Emscherpark geführt werden kann. Für den Emscherpark selbst schlägt die CDU Spazierwege und Beete vor. Auf dem Gelände des Hauses Dudenroth will sie einenThemenpark Ortsgeschichte einrichten, den nahen Festplatz in Nutzungsmodule aufteilen: ein Schlemmerviertel, ein  Vergnügungsviertel, ein Feierviertel sowie ein Ruhe-, Park- und Sanitärviertel.

Bildunterschrift unter einem Foto des Denkmals im Emscherpark:
Der Emscherpark soll schöner werden. Dazu will die CDU das Kriegerdenkmal (links im Bild) zum Friedhof verfrachten und im Park selbst Beete und Gehwege anlegen lassen.


Kommentar: Schnellschüsse

"Wer ein Thema zuerst anspricht, kann es sich an die Brust heften" ? dieser Grundsatz erfahrener Wahlkampfstrategen ist vermutlich die schlüssigste Erklärung für das CDU-Papier zur Zentrumsgestaltung. Wie aus heiterem Himmel flatterte es gestern in die Redaktion, obwohl die Planungsarbeiten noch nicht einmal ausgeschrieben sind. Ein wenig Zeit hätte die CDU also noch gehabt. Und die hätte sie nutzen sollen.
Manches aus dem Papier ist vollkommen richtig, zum Beispiel, dass der Festplatz vollkommen überdimensioniert sei. Anderes, wie die vielen kleinen Platzgestaltungen, klingt zumindest interessant. Doch es sind auch unglückliche Formulierungen darin: Muss man professionellen Planungsbüros sagen, dass Blumenkästen schön sind? Soll die Schmutzecke vom Kriegerdenkmal nun samt ihrer Stammgäste auf den Friedhof verlegt werden? Und: Sind Gehwege im Park die      
Innovation des Jahrhunderts?
Dass die CDU ihr Papier nicht in die Ausschüsse gibt, sondern via Bürgermeister den noch unbekannten Planern zukommen lässt, erscheint so gesehen sehr vernünftig. Denn eine zweite eherne Wahlkampfregel lautet: "Jede Aussage kann gegen sie verwendet werden."
Sebastian Smulka

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